Telekommunikationsdienstleistungen

26.11.2015

Undurchsichtige Kosten, schwieriger Anbieterwechsel – Tücken liegen im Detail

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Mann mit Smartphone
Telekommunikationsdienstleistungen
© Halfpoint/Fotolia

Internetanschlüsse gehören in Deutschland inzwischen selbstverständlich zum Verbraucheralltag und das Smartphone ist längst zum Schweizer Taschenmesser der digitalen Gesellschaft geworden. Verbraucher sind heute in hohem Maß im Telekommunikationsmarkt involviert. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein untersucht deshalb im Rahmen des Marktwächter Digitale Welt Verbrauchererfahrungen und Beschwerden mit Produkten und Angeboten aus dem Themenfeld Telekommunikation.

Noch vor 20 Jahren hatten nur wenige auserwählte Bürger Internet oder Mobilfunkgeräte. Inzwischen gibt es in Deutschland laut Informationen von destatis fast 113 Millionen Mobilfunkverträge und damit wesentlich mehr als Bundesbürger. Diese nutzen heute Smartphones, um komfortabel auch unterwegs online zu sein. In einer Umfrage von Tomorrow Focus geben drei Viertel der Befragten an, mit ihrem Mobiltelefon auch die Möglichkeiten des mobilen Internets zu nutzen. Ebenso hat das Breitbandinternet nach Angaben von destatis bereits in gut 81 Prozent der deutschen Haushalte Einzug gehalten.Auf Seite der Anbieter ist der Markt von anfänglich vielen verschiedenen Akteuren wie Arcor, Alice, Freenet oder Komtel heute auf wenige große Unternehmen geschrumpft. Laut dem Statistischen Bundesamt geben private Haushalte monatlich rund 60 Euro für Telekommunikationsdienstleistungen aus, was auf Anbieterseite somit zu Umsätzen von jährlich rund 2,4 Milliarden Euro führt.

Verbraucherprobleme reichen von Rechnung bis Kündigung

Das Gesetz definiert Telekommunikation als technischen Vorgang des Aussendens, Übermittelns und Empfangens von Signalen mittels Telekommunikationsanlagen. Was einfach klingt, birgt aber in einer zunehmend digitalen Gesellschaft Probleme für Verbraucher. Täglich kommen hunderte von ihnen in die Beratungsstellen der Verbraucherzentralen, um auf Probleme mit ihrem Telekommunikationsanbieter hinzuweisen. Die Fälle sind dabei vielfältig und werden immer komplexer.

Beispielsweise verstehen viele Verbraucher ihre Rechnungen häufig nicht mehr. Oft enthalten diese unvermittelt Rechnungsposten für Leistungen, die sie vermeintlich nicht gebucht haben. Verbraucher beklagen aber auch Rechnungsposten von Drittanbietern, die über Verlinkungen im Internet oder die Anwahl von Sonderrufnummern zustande gekommen sind. Ähnlich viele Verbraucher klagen auch über Probleme im Zusammenhang mit Kündigungen. Während es bei der ordentlichen Kündigung Schwierigkeiten wegen der Vertragslaufzeit gibt, ist der Ärger über mangelhafte Leistung der Grund für die außerordentliche Kündigung. Letztlich ist der Anbieterwechsel ebenfalls ein Dauerbrenner unter den Verbraucherbeschwerden. Wechseln Verbraucher ihren Mobilfunk- oder Festnetzanbieter, kommt es oft zu Versorgungslücken. Die Gründe hierfür sind vielfältig und häufig hapert es nur an kleinen Details. So stimmen in manchen Fällen zum Beispiel die Daten, die beim alten Anbieter hinterlegt wurden, mit den Daten, die der neue Anbieter bekommen hat, nicht überein, so dass Probleme bei der Mitnahme der Rufnummer auftreten.

Schleswig-Holstein analysiert als Marktwächter den Telekommunikationsmarkt

Für viele Verbraucherfälle mit Produkten und Angeboten des Telekommunikationsmarktes sind die rechtlichen Sanktionierungsmöglichkeiten nicht ausreichend oder sie greifen gar nicht. Der Marktwächter Digitale Welt nimmt diese Probleme deshalb genau unter die Lupe und wird durch die Auswertung von Verbraucherbeschwerden und umfassenden Marktanalysen auch den Gesetzgeber auf entsprechenden Handlungsbedarf hinweisen.

Teamleitung

Tom Janneck
Marktwächter Digitale Welt
Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein

Ansprechpartner

Yasmin Kirzeder
Yasmin Kirzeder
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
(030) 258 00-535
Timo Beyer
Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
(030) 258 00-529
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