Strom- und Gasverträge: ungewollter Anbieterwechsel?

13.02.2018

Verbraucherschützer untersuchen die Hintergründe zu untergeschobenen Strom- und Gasverträgen und bitten Verbraucher um Hilfe

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Strom- und Gasverträge: ungewollter Anbieterwechsel?!
Strom- und Gasverträge: ungewollter Anbieterwechsel?!
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Berlin 13. Februar 2018: „Herzlich Willkommen bei Ihrem neuen Energieliefe-ranten!“ und „Hiermit bestätigen wir Ihnen die Kündigung Ihres aktuellen Energievertrages!“ – viele Verbraucherinnen und Verbraucher werden von solchen Schreiben überrascht. Haben sie doch ihres Wissens nach keinen neuen Strom- oder Gasvertrag abgeschlossen, geschweige denn ihren aktuellen Vertrag gekündigt. Untergeschobene Energieverträge sind ein häufiger Beschwerdegrund in den Beratungen der Verbraucherzentralen. Diesem Problem möchten die Experten des Marktwächters Energie der Verbraucherzentralen und des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) jetzt auf den Grund gehen. Dazu bitten sie um die Hilfe von Betroffenen. Verbraucher werden gebeten, ihre Erfahrungen zu schildern und die dazugehörigen Unterlagen einzusenden.

Beschwerden über untergeschobene Verträge für Strom- und Gaslieferungen sind in den Beratungen der Verbraucherzentrale sehr häufig. Meist sind an diesem Vorgang Vermittler beteiligt, welche die Betroffenen direkt ansprechen – entweder telefonisch oder an der Haustür. In einem vermeintlich unverbindlichen Gespräch fragen die Vermittler entscheidende Informationen ab, zum Beispiel den aktuellen Stromlieferanten oder die Zählernummer. Mit diesen Informationen können die Vermittler dann ohne Wissen und Einverständnis der Kunden einen Vertragswechsel in die Wege leiten. Wenige Tage nach diesem Gespräch gratuliert dem Verbraucher ein unbekannter Lieferant per Post zum gerade abgeschlossenen Stromvertrag, während der alte Stromanbieter die Kündigung bestätigt. Besonders ärgerlich ist, dass es den Betroffenen ohne Rechtsbeistand oftmals gar nicht möglich ist, diesen Vorgang wieder rückgängig zu machen. Die Experten des Marktwächters Energie untersuchen nun die aktuelle Praxis bei solchen ungewollten Anbieterwechseln.

Umfassende Untersuchung soll klären: Wie wird genau vorgegangen?

Der Marktwächter Energie, ein Gemeinschaftsprojekt der Verbraucherzentralen und des vzbv, möchte es nun genau wissen und startet im Februar eine bundesweite Umfrage zu untergeschobenen Verträgen für Strom- und Gaslieferungen. Ziel der Befragung ist es, die Problematik untergeschobener Verträge genauer zu analysieren. Dabei möchte der Marktwächter Energie insbesondere herausfinden, wie die Vermittler vorgehen und welche Strategien und Methoden sie genau anwenden. Außerdem soll die Umfrage zeigen, welche Regelungen sich die unseriösen Vermittler zunutze machen und wie Verbraucher in Zukunft besser geschützt werden können.

Verbraucher können wie folgt mithelfen:

Betroffene, denen ohne ihr Wissen ein Vertrag für Strom- oder Gaslieferungen untergeschoben wurde, die also ungewollt ihren Energielieferanten gewechselt haben, sind nun aufgerufen, dem Marktwächter Energie ihren Fall zu schildern. Hier können sich Verbraucher online an der Befragung beteiligen und so ihre Fallbeschreibung einsenden. Betroffene können ihre Beschwerden zum Thema auch per Post oder Fax einreichen – bitte immer unter Angabe der Telefonnummer oder E-Mail-Adresse für etwaige Rückfragen.

Eingescannt per E-Mail an EMW@vzbv.de
oder per Fax an: (030) 258 00-218
oder per Post an:
Verbraucherzentrale Bundesverband
Marktwächter Energie
Markgrafenstraße 66
10969 Berlin

Hinweis: Die Marktwächter können leider nicht auf individuelle Fälle eingehen. Für eine persönliche Beratung wenden sich Betroffene bitte an eine Verbraucherzentrale in ihrer Nähe.

 

 

Teamleitung

Svenja Gesemann
Svenja Gesemann
Projektleiterin Marktwächter Energie
Verbraucherzentrale Bundesverband
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