Smava erfolgreich abgemahnt

26.06.2018

Der Kreditvermittler verpflichtet sich, in Zukunft nicht mehr mit „Auszahlungsversprechen für Kredite“ zu werben.

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Mann hält leere Brieftasche vor sich
Smava erfolgreich abgemahnt
© ParinPIX / adobestock

Das Online-Kreditvermittlungsportal smava warb seit einiger Zeit offensiv für die Vergabe von Verbraucherdarlehen – teilweise sogar mit negativen Zinsen. Aus Verbraucherbeschwerden geht hervor, dass der Anbieter dabei „Auszahlungsversprechen für Kredite“ gab. Da ihm dafür als reiner Vermittler die Zulassung fehlt, haben die Marktwächterexperten das Vergleichsportal erfolgreich abgemahnt. Mit der Abgabe der geforderten Unterlassungserklärung sichert smava zu, derartige Kreditzusagen zukünftig nicht mehr zu bewerben.

In den vorliegenden Fällen wurde in der E-Mail-Korrespondenz mit Verbrauchern ein konkretes „Auszahlungsversprechen für Kredite“ suggeriert. Dabei handelt es sich um ein Darlehensangebot, das der Verbraucher nur noch annehmen muss. Dies kommt einer positiven Kreditentscheidung gleich. Neben dieser vorab-Kreditzusage erweckte smava auch mit Formulierungen wie „Kredit und Gutschein sichern“ den Eindruck, die Auszahlung des Kredites an den Verbraucher wäre sichergestellt.

Nach Auffassung der Marktwächter handelte es sich dabei um irreführende Werbung für die Kreditvergabe, da der Eindruck vermittelt wurde, dass die Zuteilung des Kredites von smava zugesichert werden konnte – dass Verbraucher also in jedem Fall den beworbenen Kredit erhalten würden. „Tatsächlich hat smava auf die Vergabe des Kredites aber keinen Einfluss und konnte die Zuteilung folglich nicht gewährleisten“, erklärt Kerstin Schultz, Teamleiterin des zuständigen Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Sachsen. „Das darf grundsätzlich nur ein Kreditinstitut mit Zulassung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.“

Fehlende Zulassung

Smava selbst hat keine derartige Zulassung, sondern erbringt eine reine Vermittlungsleistung. Die Entscheidung über eine Kreditvergabe treffen letztlich die jeweiligen Kreditinstitute auf Grundlage der gesetzlich vorgegebenen Kreditwürdigkeitsprüfung. Das heißt bestimmte Umstände wie negative Schufa-Einträge, Arbeitslosigkeit oder ein geringes Einkommen können regelmäßig gegen eine Kreditvergabe sprechen. „Auch die bankinternen Vergaberichtlinien konnte der Anbieter unmöglich vorher berücksichtigen“, so Schultz weiter. In der Unterlassungserklärung hat smava zugesichert, die Kreditzusage für Verbraucher ohne konkretes Kreditangebot zumindest in E-Mails zu unterlassen.

Smava kein Einzelfall – Verbraucher sind enttäuscht

Im Frühwarnnetzwerk der Verbraucherzentralen ist nicht nur smava auffällig geworden. Gerade im Zuge der massiv beworbenen Null- oder Negativzinskredite nehmen die Beschwerden zu verschiedenen Vergleichsportalen zu. Verbraucher sind enttäuscht, weil sie statt der beworbenen Konditionen eine Flut an Alternativangeboten erhalten. „Daneben verzeichnen wir Beschwerden, bei denen ein Missbrauch von Verbraucherdaten und der Datenschutz allgemein ein mögliches Problem darstellen könnten“, so Schultz.

Die Marktwächterexperten haben deshalb zum Thema einen Verbraucheraufruf gestartet. Betroffene können bei ähnlichen Fällen dort direkt ihre Erfahrungen schildern: https://ssl.marktwaechter.de/mitmachen/verbraucheraufruf/aufruf-billigkonditionen-bei-kleinst-krediten.

Teamleitung

Kerstin Schultz
Kerstin Schultz
Marktwächter Finanzen
Verbraucherzentrale Sachsen

Ansprechpartner

Timo Beyer
Teamleiter Marktwächter Kommunikation
(030) 258 00-529
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