Der Marktwächter Energie

Komplizierte Vertragskonstrukte sowie undurchsichtige Preis- und Tarifgestaltung, damit sind viele Verbraucherinnen und Verbraucher auf dem Strom- und Gasmarkt konfrontiert. Fernwärme- wie Ableseunternehmen genießen quasi eine Monopolstellung, die oft zum Nachteil der Kundinnen und Kunden wird.

Hier setzt der Marktwächter Energie an – er analysiert den Markt für Strom, Gas und Fernwärme aus Verbrauchersicht und nimmt Heizkostenabrechnungen genau unter die Lupe. Mit dieser kontinuierlichen und vertieften Marktbeobachtung können systematische Fehlentwicklungen sowie schwarze Schafe unter den Unternehmen schnell identifiziert werden. Von den Verbraucherinnen und Verbrauchern wird Schaden abgewendet, und ihre Interessen auf Bundesebene werden gestärkt. Gleichzeitig kann der Marktwächter Energie so zu einer kosteneffizienten und sozial gerechten Energiewende beitragen. 

In Zusammenarbeit mit 14 Verbraucherzentralen untersucht der vzbv den Energiemarkt in drei Handlungsfeldern:

  • Strom- und Gasmarkt
  • Fernwärme
  • Heizkostenabrechnungen und Monopol von Ablesediensten

Für die Marktwächterarbeit benötigen wir Ihre Unterstützung! Melden Sie uns über das Beschwerdeformular einfach und unkompliziert Ihre Probleme mit Energieunternehmen, Wärmelieferanten oder Ihrer Heizkostenabrechnung. So können Sie sich aktiv an der Marktbeobachtung beteiligen und Ihren Beitrag für mehr Verbraucherschutz leisten.

 

Erkennen – Informieren – Handeln: So arbeitet der Marktwächter Energie

Erkennen

Nach Standards der empirischen Sozialforschung beobachtet der Marktwächter Energie das Marktgeschehen. Die Grundlage für die systematische Untersuchung des Energiemarktes liefern Verbraucherbeschwerden aus den bundesweit rund 200 Beratungsstellen der Verbraucherzentralen sowie Hinweise, die Verbraucherinnen und Verbraucher über das Beschwerdeformular auf dieser Website einreichen. Darüber hinaus wird der Marktwächter Energie mit Sonderuntersuchungen konkrete Probleme vertieft analysieren.

Informieren

Die Erkenntnisse fließen direkt in die Tätigkeit der Verbraucherzentralen vor Ort ein und erlauben den Beraterinnen und Beratern ein noch gezielteres Arbeiten. Gleichzeitig gibt der vzbv dieses neue Wissen an die Aufsichtsbehörden und politischen Entscheidungsträger weiter. Medien und Öffentlichkeit werden ebenso über die Ergebnisse informiert.

Handeln

Der vzbv und die Verbraucherzentralen können bei rechtswidrigem Anbieterverhalten auch im Rahmen der kollektiven Rechtsdurchsetzung direkt für die Verbraucherinnen und Verbraucher tätig werden. Sie können Unternehmen direkt anschreiben und abmahnen sowie gegebenenfalls Gerichtsverfahren führen.

 

Wer steht hinter dem Marktwächter Energie?

Der Marktwächter Energie ist ein Projekt der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. in Zusammenarbeit mit Verbraucherzentralen aus 14 Bundesländern. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) fördert das Projekt zunächst bis Ende August 2018 mit insgesamt bis zu ca. 1,5 Mio. Euro. Bis dahin sollen die Grundstrukturen für eine bundesweite Marktbeobachtung vorliegen. Über die Aufbauphase hinaus sollen diese die Etablierung eines Marktwächters Energie analog zu den Marktwächtern für Finanzen und die Digitale Welt ermöglichen.

Der vzbv koordiniert die Marktbeobachtung, die inhaltliche Arbeit liegt bei den 14 teilnehmenden Verbrauchzentralen der Länder. In sogenannten Aufbaugruppen werden hier drei Themenbereiche bearbeitet:

  • Strom- und Gasmarkt: federführend Niedersachen mit Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen
  • Fernwärmemarkt: federführend Hessen mit Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein
  • Heizkostenabrechnungen und Monopol von Ablesediensten: federführend Rheinland-Pfalz mit Bremen und Mecklenburg-Vorpommern

Für Niedersachsen beobachtet ein Landesmarktwächter bereits seit März 2015 erfolgreich den Energiemarkt aus Verbrauchersicht. Dieses Projekt wird vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert. Um eine effektive Marktbeobachtung zu gewährleisten, erfolgt eine enge Abstimmung mit dem bundesweiten Marktwächter.

 

Pressekontakt

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Kathrin Ida Krockenberger

 

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