Digitale Güter

01.02.2017

Verbraucher zwischen Nutzungsrecht und Eigentum

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E-Book-Reader verbunden mit einem Buch
Marktwächter Digitale Welt: Schwerpunkt Digitale Güter
© koldunova/Fotolia

Mit Angeboten wie iTunes, Netflix oder Kindle ist der Siegeszug der digitalen Güter verbunden. Zunehmend verdrängen mp3, Streaming-Portal und E-Book erfolgreich handfeste Produkte wie CD, DVD oder das Buch aus den Haushalten von Verbrauchern. Eine Entwicklung, die für den Lebensalltag von Verbrauchern nicht folgenlos bleibt. Als Schwerpunkt im Rahmen des Marktwächters Digitale Welt untersucht die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz deshalb das Themenfeld "Digitale Güter".

Digitale Güter sind bei Verbrauchern sehr beliebt. Aktuelle Prognosen wie der Statista Digital Market Outlook gehen davon aus, dass die Nutzung in Deutschland weiter zunehmen wird. Die Untersuchung prognostiziert beispielsweise für die digitale Nutzung von Musik einen Anstieg von knapp 17 Millionen Nutzern in 2015 auf 23 Millionen im Jahr 2020. Bei der Nutzung digitaler Spiele wird sogar ein Anstieg auf rund 30 Millionen Nutzer in den kommenden fünf Jahren vorhergesagt. Als digitale Güter werden alle immateriellen, nicht physischen Güter wie digitale Videos, digitale Musik, E-Books, Onlinegames oder auch digitalisierte Zeitungen und Zeitschriften verstanden. Technisch nutzen Verbraucher diese Angebote über Desktop-PCs, Apps, Streaming- und Download-Dienste, Cloud-Anwendungen oder über Endgeräte wie Smartphones, Tablets, Smart-TVs oder Spielkonsolen. An der Verbreitung digitaler Güter sind vor allem Branchen und Unternehmen wie Film- und Musikproduzenten, Verlage, Soft- und Hardwareanbieter, Telekommunikationsunternehmen sowie auch Automobilhersteller beteiligt.

Virtueller Kauf mit handfesten Folgen für Verbraucher

Verbraucherthemen bei digitalen Gütern sind beispielsweise fehlerhafte AGBs und Datenschutzbestimmungen bei Streaming-Diensten. Ein Test des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) im Mai 2014 hat gezeigt, dass insbesondere die Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen sowie beispielsweise die Länge der Vertragsbedingungen oder Angaben im Impressum bei vielen Anbietern mangelhaft waren. Die Bereitstellung datenintensiver Streaming-Angebote wie zum Beispiel Kinofilme setzt außerdem eine ausreichende Datenanbindung voraus. Verbraucherbeschwerden zeigen, dass die Übertragungsqualität hier nicht immer einwandfrei ist. Immer wieder erwähnen und kritisieren Verbraucher auch die inhaltliche Ausrichtung der Angebote. Unternehmen bieten zwar durchweg mehrere tausend Filme und Serien in ihrem Portfolio, allerdings handelt es sich dabei nicht immer um aktuelle Kinohitware, sondern häufig um ältere Filme oder aktuelle B-Ware vermischt mit Highlights oder unvollständigen Serien. Ebenso problematisch sind auch rechtliche Bestimmungen, die Verbraucher beim Kauf von digitalen Gütern beachten müssen. Vielen Verbrauchern ist nicht klar, dass digitale Bücher nur virtueller Natur sind und ihnen nicht so gehören, wie sie das aus der realen Welt gewohnt sind, obwohl sie dafür bezahlt haben. Der Konsument erwirbt lediglich ein Nutzungsrecht, darf dieses aber beispielsweise nicht an andere Personen weitergeben, gebraucht verkaufen oder vererben. Zudem muss der Verbraucher auf zahlreiche technische Spezifikationen achten, damit er ein E-Book lesen oder Musik auf seinen Endgeräten hören kann. Um das vielfältige Angebot im Internet ohne Hindernisse nutzen zu können, benötigen Kunden insbesondere Informationen zur erforderlichen Software, zu Dateiformaten und Dateigröße, Kopierschutz, Nutzungs- und Widerrufsrechten. Ein Marktcheck zu E-Books der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in 2014 hat ergeben, dass Verbrauchern diese Informationen nicht immer zur Verfügung stehen.

Rheinland-Pfalz fahndet nach Missständen im Markt für digitale Güter

In diesem dynamischen Umfeld der digitalen Güter suchen Verbraucher zunehmend eine bessere Orientierung und mehr Transparenz. Deshalb beobachtet und untersucht die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz als zuständiger Schwerpunkt im Rahmen des Marktwächters Digitale Welt die bundesweiten Hinweise und Beschwerden von Verbrauchern rund um digitale Güter.

Erklärvideo: Schwerpunkt Digitale Güter der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Teamleitung

Dr. Sebastian Schmidt
Marktwächter Digitale Welt
Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Ansprechpartner

Yasmin Kirzeder
Yasmin Kirzeder
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
(030) 258 00-535
Timo Beyer
Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
(030) 258 00-529
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