Berater wittern gutes Provisionsgeschäft

20.04.2017

Eine 70-Jährige will ihr Vermögen anlegen. Sie erzählt, dass sie davon in den nächsten zwei Jahren eine anstehende, teure Operation bezahlen muss. Der Fall scheint einfach zu sein: Eine sichere und flexible Geldanlage ist nötig. Doch ein Berater der Santander Consumer Bank macht daraus ein lohnendes Geschäft – für die Bank. Er ver­mit­telt der Frau einen Dach­fonds für 30000 Euro sowie ein Fest­geld in glei­cher Höhe. Zudem emp­fiehlt er eine fonds­ge­bun­de­ne Ren­ten­ver­si­che­rung mit 15-jäh­ri­ger Laufzeit und 300 Euro mo­nat­li­cher Spar­ra­te. An das Geld für die Behandlung käme die Kundin nur mit Verlusten. Auch ähnliche Fälle von Fehlberatung liegen vor. „Bei vie­len Be­ra­tun­gen steht nach unserer Ansicht nicht das In­ter­es­se der Ver­brau­cher im Vor­der­grund, son­dern das Pro­vi­si­onsin­ter­es­se der An­la­ge­be­ra­ter und Fi­nanz­in­sti­tu­te“, sagt Ben­ja­min Wick vom Markt­wäch­ter-Team der Ver­brau­cher­zen­tra­le Ba­den-Würt­tem­berg. „Im Fall der 70-Jährigen schät­zen wir die Pro­vi­si­on für die Bank auf ein­ma­lig 2500 Euro plus wei­te­re jähr­li­che Beträge.“ Zwar handelt die Bank im Einklang mit geltendem Recht. Die Verbraucherin wird aber offenbar nicht wirksam geschützt. Die Verbraucherzentralen raten: „Blei­ben Sie beim Ab­schluss der Geld­an­la­ge skep­tisch und ­fra­gen Sie, wie viel Provision der Berater bekommt. Sehen Sie zudem bei Lauf­zeit und Fle­xi­bi­li­tät der Anla­ge genau hin.“

Teamleitung

Philipp von Bremen
Philipp von Bremen
Marktwächter Finanzen
Verbraucherzentrale Baden Württemberg

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Yasmin Kirzeder
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